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in der Gemeinde Untergruppenbach.

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Geschichtliches über Untergruppenbach

Der Name Gruppenbach taucht erstmals 1109 in einer Urkunde auf: Ritter Konrad von Merlenheim schenkt dem Kloster Hirsau neben anderen Gütern zwei Huben Land in Gruppenbach. Entstanden ist das Dorf zur Zeit der Landnahme durch die Franken im 6. Jahrhundert. Ein kleiner Fisch, Groppe oder Koppe genannt (heute erinnert nur noch Koppenbrünnele oder Koppenhau daran) gab der Ortschaft den Namen. Donnbronn, schon seit jeher ein Teilort Gruppenbachs, hieß ursprünglich Tanbrun (Tannenbrunnen).

Grabhügelfunde auf der Hardt und im Durstlichwald lassen darauf schließen, dass unsere Gegend auch schon vor den Franken bewohnt war. Vor rund 700 Jahren wurde die kleine Herrschaft an den Pfalzgrafen Ludwig II. verkauft. Aus dieser pfälzischen Zeit stammt wahrscheinlich unser Ortswappen, der Reichsapfel, weil der Pfalzgraf als Truchseß des Kaisers den Reichsapfel im Wappen führte.

1356 ist das erste Mal in einer Urkunde die Rede von der Burg Stettenfels. Zwei Heilbronner Bürger verkauften ihren Anteil an der Burg sowie Dorf und Markung Gruppenbach an Burkard Sturmfeder. Aus der Zeit um 1370 stammen die Befestigungsanlagen der Burg, die zum Teil heute noch stehen. In der ev. Johanneskirche ist der Grabstein der Engeltrudis Sturmfeder (gest. 1361) zu sehen.

Nach dem bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg fiel die Herrschaft Stettenfels 1504 an Württemberg. Herzog Ulrich belehnte seinen Erbmarschall Konrad Thumb von Neuburg mit der Burg und den dazugehörigen Orten Ober- und Untergruppenbach, Donnbronn und einem Hof in Wüstenhausen. 1527 erwarb Wolff Philipp von Hürnheim die Herrschaft und führte 1536 die Reformation durch. 1551 gelangte die Augsburger Bankiersfamilie Fugger in den Besitz der Herrschaft Stettenfels. Unter den Grafen Fugger erhielt die Burg ihr heutiges Aussehen.

Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges überstand Gruppenbach ganz glimpflich, wohl weil es als katholisches Herrschaftsgebiet galt; nur das Pestjahr 1635 dezimierte die Bevölkerung beträchtlich. In den folgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu Spannungen zwischen den evangelischen Dorfbewohnern und den katholischen Ortsherren. Als Graf Ludwig Xaver Fugger 1735 damit begann, eine katholische Kirche und ein Kapuzinerhospiz zu bauen, schickte die württembergische Regierung einige Räte mit Soldaten, die die Gebäude niederreißen mussten.

1737 schließlich, als beim Tod des Herzogs Karl Alexander der Schulmeister ein Trauergeläut veranstaltete und der Vogt Hochstetter von Weinsberg herüberkam und dem Trauergottesdienst beiwohnen wollte, kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den Einwohnern und der gräflichen Herrschaft, in deren Verlauf zwei Männer getötet und etliche verwundet wurden. Der Graf floh mit seinem Sohn, wurde aber später verhaftet und kam erst nach Stellung einer hohen Kaution wieder frei.

Diese Vorgänge führten schließlich dazu, dass die Fugger ihren Besitz 1747 an den Herzog Karl Eugen verkauften und Gruppenbach damit direkt der württembergischen Regierung unterstellt war.

1829 erwarb die Gemeinde Untergruppenbach das Schloss, um es schon 1852 weiterzuverkaufen. Der Besitz ging in der Folgezeit durch viele Hände, bis ihn schließlich 1957 Dr. Friedrich Spieser erwarb, dessen Gattin eine Nachfahrin der Grafen Fugger war.

Seit 1994 ist Roland Weimar Eigentümer des Schlosses. Die Einwohnerzahl der Gemeinde hat sich vom 17. Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg kaum geändert; sie pendelte immer um die 1.300. Nur die Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert verursachte vorübergehende Schwankungen.

Die Dorfstruktur hat sich jedoch deutlich verändert. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die Einwohner auf den Bauernhöfen und als Handwerker beschäftigt; danach begann ein reger Pendelverkehr zu den Steinbrüchen und Fabriken in Heilbronn:

Untergruppenbach hatte sich vom Bauerndorf zur Siedlung für Arbeiter mit landwirtschaftlichem Nebenverdienst entwickelt. Einen weiteren entscheidenden Anstoß gab das Ende des Zweiten Weltkrieges: für eine große Menge von Ausgebombten, Flüchtlingen und Heimatvertriebenen musste Wohnraum geschaffen werden. Schon 1950 war die Einwohnerzahl auf über 1700 geklettert. Die Wohnbau-Welle in den 70er Jahren brachte neben einem Bevölkerungszuwachs von über 1000 Einwohnern auch den Zusammenschluss mit der bisher selbstständigen Gemeinde Unterheinriet und erforderte gewaltige Anstrengungen, um eine geeignete Infrastruktur zu schaffen.